Barbara Ehrmann / DE

Im Fluss - abstrakte Tuschebilder mit Assoziation Wasser

Apnoetauchen: tief eingetaucht sein in einer anderen Welt, im Urstoff Wasser, schwerelos fremdartige Perspektiven und traumhafte Ästhetik, besondere Lichtstimmungen und Transparenz erleben. Dieser mentale und physisch existentielle Zustand, das besondere Körpergefühl beim Apnoetauchen wirkt aktuell sehr in die Welt meiner Bilder.

Mit Tusche und feinen Pinseln entstehen Punkt- und Linienstrukturen auf großen Papierbahnen, die in meditativer „Atemübung“, in entschleunigtem Tempo, intuitiv entwickelt werden. Fließende Tuscheflächen in aquamarinen Farben, Türkis, Blau, Graugrün finden sich in meinen Zeichnungen, bilden Wasserflächen und Horizonte. Schweben, sanftes Driften, aber auch gegenständliche Andeutungen, wie etwa die Schlaufen und Sicherungsseile beim Apnoetauchen, flottieren in Reihe an der Wasseroberfläche.

Mein bildnerischen Themen sind dennoch sehr abstrakt: Rhythmische, organische Anordnungen, Balancen, Kontaktformen, labile Gleichgewichte, energetische Kreisbewegungen. Zarte Sprühspuren kontrastieren zu dunklen, schattenrissartigen, Formelementen. Meine Formsprache ist stets sehr reduziert, formal knapp, gibt viel Freiraum für Assoziationen. Wachsbeschichtungen verleihen räumliche Tiefe und Transparenz.

Barbara Ehrmann, September 2018

Eingetaucht – damit kommt eine der Künstlerin eigene, von ihr im Laufe vieler Jahre entwickelte Technik in den Blick, Zeichnungen und Bilder mit Paraffinwachs zu beschichten. Als Trägermaterial bevorzugt sie Japanpapier, verwendet aber auch Leinwand und Holz. Sie arbeitet mit Acryl in Mischtechniken und Collage, mit Tuschen oder Kreiden. Dabei sind die unbunten Farben Schwarz, Weiß und Grau beherrschend, gelegentlich kommen Orange, Gelb, Grün und Blau ins Spiel. Durch die Wachsschichten, die sie über ihre Bilder legt, erhalten die Farbfelder eine fast magische Leuchtkraft von innen heraus. Zugleich wird das Dargestellte, die Figur, versiegelt in einem eigenen Raum, in einer ihr eigenen Welt.

Textauszug: Dr. Bernhard Oßwald (Katalog: Eingetaucht)